Wartungskurs am Rotax 912 bei Flightparts in Hildesheim

Wartungskurs am Rotax 912 bei Flightparts in Hildesheim

Unser Fliegerkollege Erwin hat Anfang Mai einen zweitägigen Wartungskurs bei Flightparts am Airport Hildesheim besucht und dabei gleich die 100-Stunden-Kontrolle an unserer UL-Maschine selbst in die Hand genommen. Hier sein Bericht:

Da bei unserer UL-Maschine die 100-Stunden-Kontrolle am Rotax 912 fällig war, kam schnell der Gedanke auf: Warum nicht selbst machen und dabei gleich etwas lernen? Im UL-Bereich ist der Pilot beziehungsweise Halter beim Schrauben am eigenen Flieger deutlich unkomplizierter eingebunden als in der Echo-Klasse. Also lieber Werkzeug in die Hand nehmen, statt alles in fremde Hände zu geben.

Passend dazu bietet Flightparts am Airport Hildesheim genau solche Praktiker-Lehrgänge an: Wartung am eigenen oder vereinseigenen Flugzeug, unter professioneller Anleitung, als Einzelunterricht statt Gruppenkurs. Das Motto dort lautet: „Fliegen muss bezahlbar bleiben“ – und genau so fühlt es sich auch an. Wartung, Wissen und Ersatzteile werden praxisnah zusammengebracht.

Ich bin am 1. Mai früh in Hildesheim angekommen, da für später recht böiger Wind gemeldet war. Nach der Landung blieb noch Zeit für einen kleinen Spaziergang durch Hildesheim, etwas Sonne und Kraft tanken – bevor es dann zwei Tage lang in die Werkstatt ging.

Am ersten Tag stand die 100-Stunden-Kontrolle auf dem Programm. Zuerst wurde die Werkstatt vorbereitet, dann ging es Schritt für Schritt durch den Rotax und seine Systeme. Kontrollieren, prüfen, schrauben, dokumentieren – und dabei viel verstehen, was man sonst nur als Position auf einer Rechnung sieht.

Besonders angenehm war der Austausch mit Jeroen und Schütti aus der Aviation Farm. Gemeinsames Frühstück im Hangar, Kaffeepause zwischen Flugzeugen – so lässt sich ein Wartungstag schon ganz gut aushalten.

Tag zwei drehte sich komplett um die Revision der BING64-Vergaser. Diese hatten wir bewusst mitgebucht, da eine externe Vergaserrevision bei Rotax schnell ordentlich ins Geld gehen kann. Als ich die Vergaser ausgebaut und zerlegt vor mir liegen hatte, war ich mir kurz nicht sicher, ob daraus jemals wieder etwas Flugfähiges wird. Unter Jeroens Anleitung fanden aber alle Teile wieder ihren Platz.

Und siehe da: Nach dem Wiedereinbau sprang die Maschine sofort wieder an. Ein schöner Moment – und ein gutes Gefühl, wenn man weiß, was man da gerade selbst gemacht hat.

Nur der Rückflug wollte dann leider nicht mehr so recht zum Plan passen. Das Wetter machte mir einen Strich durch die Rechnung, und die Maschine blieb zunächst in Hildesheim. Statt etwa 1,5 Stunden Flug gab es am Sonntagabend dann rund sechs Stunden Bahnfahrt. Auch eine Art Reiseerlebnis – nur mit deutlich weniger Aussicht und eindeutig schlechterem Steigflug.

Fazit: Ein sehr lohnender Kurs, viel gelernt, Wartung erledigt und wieder ein Stück mehr Vertrauen in den eigenen Flieger gewonnen. Für Vereine und Halter, die nicht nur fliegen, sondern ihre Maschine auch besser verstehen wollen, ist das eine wirklich sinnvolle Sache.